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900+ Nostalgische / Vintage Weihnachtsbilder-Ideen | vintage  weihnachtsbilder, weihnachtsbilder, weihnachtsszenen

  
 

Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen,

die dem Leben seinen Wert geben.

 

Wilhelm von Humboldt

  

 






















Liebe Waldhüttner!

 

Es ist jedes Jahr eine große Freude zu sehen, welche Verbundenheit und Zusammenhalt bei den Waldhüttnern besteht. Es zeigt uns immer wieder, wie stark die Gemeinschaft der Waldhüttner und die Verbindung zu den anderen Nachbargemeinden ist. Wir möchten hiermit die Erinnerung der Ereignisse dieses Jahres nochmal aufleben lassen. 

 

Beim Trachtenumzug in Dinkelsbühl waren wir in diesem Jahr besonders stark vertreten, aufgrund der hohen Teilnehmerzahl. Es ist sehr erfreulich, dass auch die jüngere Generation und immer mehr Waldhüttner und Freunde sich der Trachtengruppe anschließen. 

 

Der Höhepunkt in diesem Jahr war unser 2. Heimattreffen in Waldhütten. Es waren ergreifende Erlebnisse, sich bei Hunklich und Pali im Kirchhof wiederzusehen und freudig zu begrüßen. Der Klang der Heimatglocken lud zum Gottesdienst mit Abendmahl ein. Herr Dr. Pfarrer Fröhlich begrüßte alle von Nah und Fern. Katharina (Trinni) Schuller trug unter Emotionen ihr selbst geschriebenes Gedicht vor. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst von der Blaskapelle „Die Bartscher“. Nach dem Gottesdienst gingen wir gemeinsam in den neu renovierten Saal zum Mittagessen. 

 

Anschließend folgten die Grußworte durch den Vorstandsvorsitzenden Hans Schobel und dem Bürgermeister Nicu Lazar aus Halvelagen. Der kulturelle Teil begann mit dem Aufmarsch vom Kirchhof zum Schuilhäfel. Dort wurde das Waldhüttner Lied, gedichtet von Pfarrer Ungar, das Siebenbürgerlied, sowie andere siebenbürgische Lieder gesungen. Auf dem Lindenplatz wurde bis zum späten Nachmittag getanzt. Für Tanzmusik sorgten abwechselnd die Blaskapelle „Die Bartscher“ und unser langjähriger Musikbegleiter „Fred am Keyboard“.

 

Ein großes Lob und Dankeschön an die Jugend, die uns tatkräftig unterstütze und die Getränkeausgabe übernahm.

 

Am Sonntag ging man zum Friedhof, jeder besuchte das Grab seiner Großeltern, Eltern, Onkel, Tanten und nahm nochmal Abschied.

 

Vielen Dank an alle Teilnehmer, die den weiten Weg auf sich genommen haben, für die Spenden und die fleißigen Hände, ohne die das Treffen nicht so gelungen wäre.


 




Liebe Landsleute!

 

Am 12. August d. J. haben viele von Ihnen sich im Heimatdorf Waldhütten getroffen und ein erhebendes Heimattreffen feiern dürfen. Darauf blicken wir dankbar zurück. Die Thematik der Predigt im Gottesdienst, angesichts dessen, dass am nächsten Sonntag (13. August – 10. So. n. Trinitatis) unsere Kirche den sogenannten „Israelsonntag“ begeht, war die Erwählung dieses Volkes durch Gott und unsere Erwählung durch Jesus Christus. Wer hätte gedacht, dass in dieser Zeit vor Weihnachten wieder Israel in den Schlagzeilen sein wird? Die Welt hält den Atem an; einerseits wegen den unsäglichen Gräultaten, die dort geschehen (auf beiden Seiten); andererseits aber, weil bei so heiklen Konflikten immer die Befürchtung da ist, dass sich das Ganze zu einem Flächenbrand entwickeln könnte. 

 Die Welt in der wir leben, ist in den letzten Monaten mitnichten ein freundlicherer Ort geworden. Und trotzdem gehen wir auf das Christfest zu, in dem uns „Frieden auf Erden“ verkündigt wird. Und dieser Friedensgruß kommt gerade aus dem Land, wo jetzt Krieg und Verwüstung tobt. Darauf kann man sich mit dem normalen Menschenverstand keinen Reim machen. Aber Gott steht jenseits von menschlichem Denken und Urteilsvermögen. Gott ist in der Lage, Schlechtes in Gutes zu wandeln. Auch unser Volk hat im Laufe der Geschichte gute und weniger gute Zeiten erleben müssen. Gott sei Dank hat unsere Generation das Privileg, dass es ihr so gut geht, wie es den Vorfahren nie gegangen ist. Das ist uns nicht darum widerfahren, weil wir so großartig wären. Gottes Gnade ist es, der wir alles zu verdanken haben.

 Ob in Rumänien, Deutschland oder sonst auf der Welt: wir gehen in eine ungewisse Zukunft auf dieser Welt; gleichzeitig aber, dürfen wir darauf unser Vertrauen setzen, dass nichts uns von Gottes Gnade trennen kann. Hier in dieser Welt nicht und erst recht nicht jenseits dieser irdischen Realität. Wer an seinem Glauben festhält, denn kann nichts von Gott trennen. So wünsche ich uns allen den inneren und äußeren Frieden, den nur Gott geben kann. Kommen Sie gut durch die kommenden Wochen und Monate bis zu einem – so Gott es will – fröhlichen Wiedersehen. Gesegnete Weihnachtsfeiertage wünsche ich von Herzen und ein neues Jahr unter Gottes Geleit.  

(Andacht von Pfarrer Dr. Hans Bruno Fröhlich, Pfarrer in Schäßburg)

 

Geplante Termine 2024

19. Mai 2024 Sachsentreffen in Dinkelsbühl. Eine Teilnahme am Trachtenumzug ist geplant

2. bis 4.  August 2024 Großes Sachsentreffen in Herrmannstadt

7.  August 2024 Kirchen- und Friedhofspflege in Waldhütten

21. September 2024 Waldhüttner Heimattreffen

Der Vorstand hat Zuwachs bekommen, Luis Binder und Manuel Benning unterstützen als Jugendreferenten!

 

Wir wünschen allen eine frohe und besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins Jahr 2024!

 

 

 

 

 

 

Liebe Waldhüttner,

 

 

Die Vorstandschaft wŁnscht euch allen ein frohes und gesegnetes Osterfest

 

 

 

 

 

 

 

Liebe Landsleute,

ich habe eine Sehnsucht. Eine Sehnsucht danach, dass alles wieder gut ist. Eine Sehnsucht danach, dass Weihnachten wird und es ein Fest des Friedens ist. Und doch ist es für mich heute eine bittere Realität, dass ich weiter sehnsüchtig bleiben werden, weil es wohl auch dieses Weihnachten keinen Frieden geben wird. Seit dem 24. Februar 2022 herrscht ein Krieg in der Ukraine. Seit dem 16. September 2022 ist eine Revolution im Iran. Und immer noch ist da das COVID-Virus in dieser Welt und in unserem Land. Im Januar noch habe ich gehofft, dass dieses Jahr besser wird als die vergangenen beiden Pandemiejahre. Ja, mit COVID haben wir gelernt umzugehen. Die Sehnsucht, mich wieder mit anderen zu treffen wurde ein großes Stück gestillt. Doch die Sehnsucht nach einer friedlichen Welt ist weiter groß bei mir. 

Und ich frage mich wie werden die Menschen in der Ukraine ihr Weihnachtsfest im Januar 2023 feiern? Ist da alles vorbei? Ich erinnere mich an eine Erzählung aus dem 1. Weltkrieg: Es ist Heiligabend im ersten Kriegsjahr 1914. An der Westfront stehen sich britische und deutsche Soldaten gegenüber. Und doch kommt es zum Weihnachtsfrieden. Auch die Soldaten haben eine Sehnsucht danach, Weihnachten in Frieden zu verbringen. Und es soll Friede herrschen. In den Weihnachtstagen fällt dort kein einziger Schuss. Der Erzählung zufolge verlassen beide Seiten ihre Gräben, gehen aufeinander zu, singen miteinander: silent night – Stille Nacht. Und so sollte es auch sein. 

Ein Lied, eine Botschaft bringt die Menschen zusammen. Ein Lied stillt die Sehnsucht nach Frieden. Es ist ein Wunder, dass die Menschen still werden, weil sie sich auf die Botschaft der Geburt von Jesus besinnen. Auf ein Friede, der wie damals am Stall von Betlehem herrschte, als Maria und Josef ihr Wunder in den Händen hielten. Das Wunder eines neugeborenen Lebens. Eines Lebens, dass zur Rettung für die Menschen wurde. Sprachlos und glücklich waren die Hirten, die Weisen, die Menschen dort am Stall. Still und glücklich sind auch wir, wenn wir am Heiligenabend an dieses Wunder denken. Das Wunder, das eine Sehnsucht stillt: Nach Rettung, nach Erlösung, nach Frieden für die Welt, nach Gemeinschaft, aber vor allem danach, dass Gott uns nahe kommt. Stille Nacht – Ja, Heilige Nacht! 

Dieses Wunder der Heiligen Nacht ist es vermutlich, welches meine Sehnsucht wach hält. Weil diese Botschaft von einem Moment des Friedens erzählt. Ein Frieden, weil sich Gott von meiner Sehnsucht suchen und finden lässt. Ich habe die Sehnsucht, aber ich habe auch eine Hoffnung, dass Gott in diesen Zeiten nicht weg ist und doch lassen mich manche Nachrichten nach Gott fragen, zu Gott bitten: Komm, Gott! Komm wieder in unsere Welt mit deinem Frieden, deiner Rettung und deiner Botschaft. Die Botschaft der Bibel, dass Gott seine Schöpfung liebt: So sehr, dass er selbst Mensch wurde. Seinen geliebten Sohn in unsere Welt sandte, damit wir Hoffnung haben, damit unsere Sehnsucht gestillt wird. 

An diesem Weihnachtsfest 2022 bleibt die Erinnerung an das Leid in dieser Welt – im vergangenen Jahr. Das persönliche aber auch politische. – Ihm steht aber Gottes Botschaft gegenüber und eine tiefe Gewissheit, dass Gott Frieden bringen wird, so wie damals in Betlehem. Denken wir dieses Jahr an die Menschen, die Weihnachten nicht im Frieden verbringen können, sondern in Angst, Trauer und Gefahr. Denken wir an sie und beten für sie. Für uns soll es ein Fest sein, dass unsere Hoffnung an Gottes Frieden wach hält. Die Sehnsucht nach Gott. 

Liebe Waldhüttner, ich wünsche uns allen ein sehnsüchtiges Weihnachtsfest, in dem uns aber diese eine Botschaft Hoffnung gibt: Gott liebt diese Welt und wird Mensch. Ich glaube fest daran, dass diese Liebe Gottes immer noch spürbar ist. Gesegnete Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

Euer Tobias Wölfel

 

 

 

 

 

 

Waldhüttener Kirchenburg

Liebe Waldhüttner,

 

nachdem das langersehnte Wiedersehen 2019 in der alten Heimat gut angekommen ist, lädt der Vorstand zu einem erneuten Treffen ein.

 

Auf vielfachen Wunsch werden wir zukünftig, in regelmäßigen Abständen ein Treffen in Waldhütten organisieren. Auch um die Verbindung zu unserem Dorf, Wurzeln und Erinnerungen aufrecht zu erhalten. 

 

Der neu renovierte Saal und Innenhof laden zum Feiern ein. Dies ist nur möglich, wenn wir erneut zahlreich zusammenkommen.

 

Bitte bedenkt, dass nur bei frühzeitiger Anmeldung eine Planung und Organisation möglich ist.

 

Kosten: 50,00 Euro pro Erwachsenen, Kinder bis 14 Jahre 25,00 Euro pro Kind und Kinder bis 6 Jahre frei. Die Getränke sind nicht im Preis enthalten.

 

Verbindliche Anmeldung bis 31. Mai 2023 bei:

Anna Knall 0911.73 92 91 Hans Schobel 0170.40 23 256 

per E-Mail unter annerose.binder@web.de oder WhatsApp bei Anne Binder

 

Sobald das Geld auf dem Konto eingeht, ist die Anmeldung verbindlich erfolgt. Überweisung bitte an folgende Bankverbindung:

 

Andreas Mild & Hans Schobel

IBAN: DE85 7609 0500 0004 7682 13

Verwendungszweck: Heimattreffen 2023 und „Personenanzahl“

 

A b l a u f

 

Samstag 12. August 2023

 

09:30 Uhr        Treffen im Kirchhof bei Stretzel, Hunklich und Pali

 

11:00 Uhr        Gottesdienst und Abendmahl mit Pfarrer Fröhlich

 

13:00 Uhr        Mittagessen

                                                           

15:00 Uhr        Kulturprogramm (bitte Trachten nicht vergessen)

 

19:00 Uhr        Abendessen

 

20:00 Uhr        Ball mit Fred Untch

 

Open End

 

 

Sonntag 13. August 2023

 

12:00 Uhr        gemeinsames Mittagessen

 

14:00 Uhr        Gang zum Friedhof

 

16:00 Uhr        Verabschiedung

 

 

 

Eine Besonderheit gibt es, unsere Nachbargemeinde Großkopisch feiert eine Woche später, am 19. August 2023, ihr 1. Heimattreffen. Die Waldhüttner, die sich mit Großkopisch verbunden fühlen, haben die Möglichkeit auch an diesem Treffen teilzunehmen.

 

Anmeldungen für dieses Treffen erfolgen bis zum 20. Mai 2023 über den Vorstand der HOG Großkopisch bei            

Helmut Mantsch:       0151 61456699

Siegfried Roth:           0172 7431896

Edith Morth:                 0911 7498951

 

Musiker

 

 

 


Gästebuch

Waldhüttener Kirchenburg

Waldhütten - Valchid (Kreis Hermannstadt - Sibiu)

Südlich der Großen Kokel, im Tale eines Nebenflüßchens, liegt Waldhütten, das sein erstes Auftauchen in geschichtlichen Quellen einem wenig rühmlichen Vorfall verdankt der Plünderung der kleinen Nachbarorte Rauthal und Neudorf durch sächsische Grafen von Kirtsch u. a. Gemeinden. 1345 verhörte man die Bauern von Waldhütten im nachfolgenden Prozess. Am 21. Dezember 1390 stellte Papst Bonifacius IX. einen Ablaßbrief für "die Pfarrkirche des Apostel Andreas in Valtudia Transsylvaniensis diocesis" aus, der wohl mit dem Bau der spätgotischen, turmlosen Saalkirche in Zusammenhang gebracht werden kann. Das außen unter der Traufe an der Südchorwand in den Mörtelputz geritzte Datum 1507 bezieht sich mutmaßlich auf die Einwölbung des Chores, dessen Stichkappentonnengewölbe mit einem sehr ähnlichen Rautennetz aus Tonrippen überzogen ist wie der 1504 vollendete Baaßner Chor. Der schmale, langgestreckte, von zweifach abgetreppten Strebepfeilern dicht umstandene Bau, mit seinem steilen, hohen Satteldach über Chor und Saal, wirkt durch seine wohlausgewogenen Proportionen und die rhythmische Vertikalgliederung der Südfront als Schauseite der Kirche überaus harmonisch, wie ein ins Riesenhafte vergrößerter gotischer Reliquienschrein. Zehn Strebepfeiler stützen die weißgekalkten Saalwände, fünf die Chorecken; zwischen zwei Strebepfeilern der Nordchrowand ist eine Sakristei eingebaut, die von zwei Jochen eines Tonrippengewölbes überführt war, von dem sich jedoch nur Ansätze erhalten haben. Es fiel dem Erdbeben von 1916 zum Opfer und wurde durch eine einfache Bretterdecke ersetzt. Im 19. Jh. trat an Stelle der alten Kassettendecke - wie sie an vielen Kirchen dieser Gegend üblich war - ein barockes Tonnengewölbe mit Stuckornamenten, von Gurtbögen in vier Felder geteilt und von fünf Wandpfeilerpaaren mit klassizistischen Gesimsen getragen, die den Saalwänden angeblendet wurden, aber den Strebepfeilern der Außenmauern nicht entsprechen. Gleichzeitig vergrößerte man die Spitzbogenfenster der Südsaalwand, wobei altes Maßwerk entfernt wurde - die Nordwand ist völlig lichtlos. Nur im Westgiebel des Saales und in der Ostwand des Chorschlusses haben sich zwei alte schöne Fenster erhalten, mit Vierpaßdurchbruch über Kleeblattbögen. Im 19. Jh. errichtete man auch im Westende des Saales die Empore mit Sitzplätzen für die männliche Jugend - die Knechte -, sie trägt an der Brüstung das Datum 1922 in Mörtelputz ausgeführt, das sich wohl auf eine Restaurierung bezieht. Die Nordsaalwand entlanggeführt ist eine Empore, die auf flachen, zwischen den Pilastern eingespannten Ziegelarkaden ruht, ihre Holzbalustrade trägt das Datum 1871, aufgemalt. In der schmalen, spitzgiebligen, rauchgeschwärzten Westfront öffnet sich das Hauptportal mit feingemeißelter Steineinfassung, deren vollendete Eleganz und schwungvolle Linienführung uns sehr bekannt anmutet: ein hochgezogener, in einer Kreuzblume auslaufender Kielbogen, zwischen zwei schlanken Fialen - das Dekorationsschema des Westportals (1448) der Hermanstädter Stadtpfarrkirche! Allerdings - am Waldhüttner Portal kreuzen sich die runden Profilstäbe des Gewändes im Bogenscheitel, während sie sich in Hermannstadt zum einfachen Spitzbogen schließen. Unter dem Scheitelpunkt hängt ein steinernes Wappenschild mit einem Steinmetzzeichen (wie manche Forscher annehmen) - wir erkennen darin die Jahreszahl 1441 in ornamentaler Schreibweise, wissen wir doch, daß der gotische Vierer wie ein halber Achter aussah. Ein Meisterzeichen durfte nicht so augenfällig, ja pretentiös angebracht werden ! Die Beziehung zur Hermannstädter Bauhütte aus der Mitte des 15. Jh. wird an manchen Monumenten der nächsten Umgebung offenbar: Reichesdorf, Meschen, Hetzeldorf, wo der berühmte Hermannstädter Steinmetz Andreas Lapicida nachweislich gearbeitet hat. Überraschend wirkt der anmutige Schwung, der harmonische Fluß der Lichter und Schatten zwischen dem zarten Stabwerk dieses Türrahmens, da er so unerwartet auf der mächtigen, eintönig grauschwarzen Steinfläche der Westfront hervortritt, rings nur vom rohen rotbraunen Sandsteinmauerwerk der Wehrbauten umgeben. Dem später gebrochenen Südportal - ein simpler Rechteckeingang - ist ein kleiner Portikus vorgebaut, der ein Kreuzgewölbe und ein Satteldach darüber trägt. Der Nordeingang ist zugemauert. Da in dieser Kirche - wie vielerorts in der Schäßburger und Repser Gegend - die Orgel im Osten über den. Altar gesetzt ist, wurde dafür noch ein breiter, flacher Stützbogen eingebaut. Die Orgelempore ist über ein zwischen die beiden SO-Pfeiler des Chores eingebautes Treppchen zu erreichen, das auch ein schmales Schutzdächlein erhalten hat. Zum Unterschied von den meisten Kirchen der Kokelgegend ist die Waldhüttner Saalkirche nicht wehrbar gemacht worden - die schützenden Mauern ihrer Kirchenburg machten diese Vorkehrung unnötig, da sie 10 m hoch aufragten und den Kultbau in engem, nahezu regelmäßigem Rechteck umstellen. Zu Beginn des 16. Jh. entstand der einfache, ganz aus rotbraunem und graugelbem Sandstein errichtete Wehrring, dessen perfekt rechteckige Form nur im SW-Eck eine Einziehung erfuhr, um sich dem Lauf des Wassergrabens anzupassen - heute ein bescheidenes Bächlein, ehemals ein beachtliches Hindernis vor dem Feind. Während an anderen Burgen mit ebenerdiger Lage inmitten des Dorfes die Wehrtürme meist die Mauerecken verstärken, stehen sie hier ausnahmsweise im Zentrum der vier Seiten, vor die Mauer vorspringend und bloß 20 cm in den Burghof hineinragend - da der die Wehrmauer innen umgebende Wehrgang auch an den Fronten , der Türme entlanggeführt war. Der Südturm stürzte beim Erdbeben von 1916 ein, sein Standort ist an den nach innen vorspringenden Mauerresten kenntlich. Mit Ausnahme des Westturmes sind die Erdgeschosse gewölbt, die oberen Stockwerke durch Balkenplattformen getrennt - ursprünglich gab es nur einen Einstieg in die Türme, vom Wehrgang aus in das zweite Geschoß. Nur der Südturm besaß einen Gußschartenkranz an der Basis des Obergeschosses, alle anderen Türme sind ausschließlich mit Schießscharten bewehrt - den schmalen, hohen Schießschlitzen entsprechen im Innern höhe, stark ausgeweitete Nischen, in denen die Schützen aufrecht stehen und die Geschütze bequem nach allen Seiten wenden konnten. Der mächtige Ostturm an der Straßenfront wacht über die Toreinfahrt. Zwischen zwei starken Bögen, die die 2,5 m dicken Seitenmauern verbinden, spannt sich ein Kreuzgewölbe. Der Einstieg zu den Wehrgeschössen erfolgt heute durch einen seitlichen Aufgang durch die Ringmauer. Ungeheure Steinmassen sind zum Bau dieser Burg herbeigefahren worden. Sicher stammen sie aus dem "Lapesch" (Lapus) genannten Tal, um das die Nachbargemeinden, Großkopisch, Malmkrog, Neudorf, mehrere Jahrhunderte stritten, und das bald der einen, bald der anderen zugesprochen oder zwischen ihnen geteilt wurde, jedenfalls brachte man dorther für alle Monumentalbauten der Umgebung den rotbraunen Sandstein. Im Gegensatz zum sechsgeschossigen Ostturm, den ein holzverschalter Wehrgang krönt sind Nord- und Westturm nur fünfgeschossig. Das kleine Türmchen über dem Fußgängereingang im SW steht unmittelbar vor dem Bach. Über dem gewölbten Durchlaß ist in seiner Westwand immer noch die "feste Rolle" angebracht, über die das Seil lief das die vor den Turm über den Bach gelegte Brücke hochzog und vor dem Eingang aufstellte. Eine vorgekragte Pechnase mit Staffelgiebel schützt den tonnengewölbten Eingang. Sinnreich steht unter dem rot und blau bemalten Traufgesimse die Inschrift:

"Gehet ein durch die enge Pforte, denn die Pforte ist enge und der Weg ist schmal, der zum Leben führet. Math. 7.13."

Heute ist der Wehrgang abgetragen - nur die Einsatzlöcher seiner Tragebalken deuten seinen Verlauf an sowie die in 4 m Höhe sich verjüngende und einem schmalen Vorsprung Raum gebende Mauer, der dem Wehrgang als Auflager diente. Die einstig imposante Höhe der Ringmauer ist auch nur noch an den Ansatzspuren in den Turmwänden zu erkennen, das Mauerwerk ist stark ausgebröckelt. Das Nordosteck des Burghofs muß ehemals ein "Lecheguerten", ein Begräbnisplatz, gewesen sein. Gräbt man da nur einen Spatenstich tief, stößt man auf Schädel und Gebeine, die hier wohl in ein Massengrab geworfen wurden. Solche Massengräber innerhalb sächsischer Kirchenburgen lassen meist auf eine Seuche, häufiger noch auf ein Massaker schließen, dem eine größere Menschenmenge zum Opfer fiel. Ein solches mag auch hier im Mai 1605 stattgefunden haben, als während des Bürgerkrieges Truppen des siebenbürgischen Fürsten Stefan Botschkai, eines Gegners des Hauses Habsburg, nicht nur Waldhütten, sondern auch Großkopisch, Reichesdorf, Scharosch niederbrannten und die Kirchenburgen ausplünderten. In dem eng von Hügeln umstandenen Talkessel bietet die Waldhüttner Burg mit den rotbraunen Mauern, den weißgekalkten Kirchenwänden dahinter, mit dem steilen Kirchendach und den elegant geschwungenen Flächen der pyramidenförmigen Turmdächer ein überaus malerisches Bild.

Die Mitglieder des Vorstands

Gruppenbild Vorstand

erste Reihe: Andreas Mild, Andreas Benning, Karl Schobel, Annerose Binder, Anni Knall, Trinni Schuller,
hintere Reihe: Horst Benning, Hans Stirner, Gustav Hartmann und Hans Schobel

© 2005 bei Hans Christian Fleischer und Hans Schobel